Lichen sclerosus

Lichen sclerosus ist eine Bindegewebsverdickung mit chronischem, phasenhaften Verlauf. Sie ist nicht ansteckend, führt aber bei den betroffenen Menschen häufig zu lokalen Beschwerden. Die Erkrankung tritt oft in der Genitalregion auf, nur bei ca. 15% kommt es zu Hautveränderungen in anderen Lokalisationen. Die Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt. Der Lichen sclerosus ist weltweit verbreitet und kann in jedem Lebensalter bei beiden Geschlechtern auftreten. Am häufigsten sind jedoch Frauen im 5. und 6. Lebensjahrzehnt betroffen.

Selbsthilfegruppe

„Lichen sclerosus” Selbsthilfegruppe Schweiz

Lichen sclerosus

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Vaginale intraepitheliale Neoplasie (VAIN)

Die VAIN ist eine seltene Gewebeveränderung der Vaginalschleimhaut, es bildet sich ein sogenanntes atypisches Plattenepithel. Die Entwicklung einer VAIN wird durch Infektionen mit Papillomaviren begünstigt. Die Diagnostik erfolgt mittels einer Untersuchung mit einer Lupenvergrößerung (Kolposkopie). Dabei werden auffällige Bezirke unter der Verwendung von Jod in der Vagina erkannt, ggf. wird eine Gewebeprobe entnommen. Je nach Ausprägung der Veränderung kann zugewartet werden, denn häufig ist eine Spontanheilung zu beobachten. Ansonsten ist eine VAIN lokal mittels Laser zu therapieren. Eine operative Entfernung ist nur in seltenen Fällen notwendig.

Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN)

Die VIN ist eine Gewebeveränderung des Plattenepithels der Schamlippen (Vulva). Bei diesen Veränderungen besteht eine hohe Korrelation mit einer Infektion mit Papillomaviren (uVIN). Seltener ist die virusunabhängige Form (dVIN), die auf dem Boden eines Lichen sclerosus oder einer immunsuppressiven Therapie entsteht. Durch eine kleine Gewebeprobe (Stanzbiopsie) aus dem erkrankten Gebiet wird die Diagnose gestellt. Bei leichten Veränderungen kann zugewartet werden, bei höhergradigen Veränderungen kann eine Therapie mittels Laser oder eine Exzision notwendig sein. Im Fall einer uVIN können lokal auch Immunmodulatoren in speziellen Fällen eingesetzt werden („off-label-use“). VIN-Patientinnen sollten nach der Behandlung regelmäßig in einer Dysplasiesprechstunde vorgestellt werden.

Lichen ruber planus

Der Lichen ruber ist eine sehr seltene Autoimmunerkrankung unklarer Ursache. Symptome sind vor allem ausgeprägter Juckreiz und Brennen der Schamlippen (Vulva) mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) und bei sportlicher Belastung wie Fahrradfahren und Reiten. Äußerlich typisch sind weiße, netzartige feine Zeichnungen (Wickham´sche Streifen) in der Haut. Daneben finden sich starken Rötungen. Hierbei können Schrumpfungen der Schamlippen (Labien) und des Scheideneinganges auftreten.
Neben dem Intimbereich kann der Lichen ruber auch im Mund und auf der Haut vorkommen.
Als mögliche Langzeitfolge eines über Jahre unbehandelten Lichen ruber an den Schleimhäuten der Vulva kann bei etwa 1-2 % der Fälle Krebs entstehen. Eine konsequente Therapie kann helfen, die Entzündung zu unterdrücken und das Krebsrisiko zu minimieren.